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Agilität ist nicht Anarchie

Warum neue Arbeitswelten klare Rollen und Absprachen brauchen

Der Wunsch nach einfacheren Prozessen, schnellerem Tempo und einer selbstbestimmteren Arbeit hält gerade überall Einzug. Eine gute Sache – aber für viele eben auch verunsichernd. Verständlich! Irgendwie ändert sich ja alles immer schneller. Und viele fragen sich: wie kann ich da Schritt halten?! 

Agile Mythen

Verunsicherung entsteht aber auch durch die Mythen, die aktuell um das Thema Agilität herumranken wie das Efeu an meiner Hauswand.

Ein Mythos, der mir immer wieder begegnet: „In agilen Kulturen kann ich endlich machen, was ich will! Da bin ich schließlich selbstbestimmt und muss mich nicht mehr andauernd nach Anforderungen richten, die andere an mich stellen.“

Klingt gut, oder? Ein glückliches, selbstbestimmtes Arbeitsleben, ganz ohne Chef und nervige Absprachen… Aber so einfach ist es eben nicht. Hinter der Hoffnung, dass man endlich tun und lassen kann, was man will, verbirgt sich ein riesiger Irrtum!

Von Freiheit zu Chaos

Neulich war ich im Gespräch mit einem IT-Unternehmen. Dort hat man vor einiger Zeit noch von „radikaler Agilität“ gesprochen. Die Folge war, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirklich radikal gemacht haben, was sie wollten. Das Ergebnis war: große Unzufriedenheit und großes Chaos. Denn wenn jeder macht, was sie oder er will, geht alles kreuz und quer. Und das fällt einem ganz schön schnell auf die Nerven. Egal, wie freiheitsliebend wir sein mögen.

Tja, Agilität ist eben keine Anarchie. Wenn jeder macht, was er will, dann rutscht auch das beste Team und die professionellste Firma ins Chaos ab. Dann sind Zuständigkeiten unklar. Niemand weiß mehr, was die anderen machen – und wann. Niemand versteht, was zu tun ist. Und wie trifft man eigentlich gemeinsame, verbindliche Vereinbarungen, wenn auf einmal Narrenfreiheit herrscht?

Agilität braucht Struktur und Verlässlichkeit

Paradoxerweise braucht Agilität sehr viel Struktur und Verlässlichkeit, um gut zu funktionieren. Wer selbstorganisiert und mündig arbeiten will, muss sich auf klare Rollen und verlässliche Absprachen stützen können. Klare Rollen, weil erst dann klar ist, wer wofür im Projekt zuständig ist. Und klare Absprachen, weil die Dinge sonst unkoordiniert nebeneinander laufen.

Das hat auch das IT-Unternehmen erkannt, das ich oben erwähnt habe. Nach einer Zeit anarchischen Wildwuchses bemüht sich die Firma jetzt darum, Klarheit zu schaffen. Weil Freiheit Grenzen braucht.

Also, lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen. Hinter Agilität verbirgt sich weder Chaos noch Anarchie. Sondern die Notwendigkeit, verlässlich, transparent und sehr eigenverantwortlich Absprachen zu treffen. Nur wenn das funktioniert, ist Agilität mehr als eine frustrierende Eintagsfliege.

SCHLAGWORTE

Nicola Fritze hat 4,60 von 5 Sternen | 145 Bewertungen auf ProvenExpert.com