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Saboteure voraus!

Wie Teams sich gegen Mäkelexperten und Intriganten wappnen können

Was Organisationen nicht alles anbieten, damit Teams effizient arbeiten können. Es gibt ein Methodentraining nach dem anderen, Team-Offsites, extern moderierte Workshops… Angebote, die früher die Ausnahme gewesen sind, heute oft die Regel.

Gut so! Unternehmen sind unbedingt darauf angewiesen, dass Teams gut arbeiten. Der Grund: zentrale Steuerung verliert immer mehr Macht. Die wirklich wichtigen Impulse und Ideen entstehen heute mehr denn je dezentral, also in Teams oder in der teamübergreifenden Kollaboration. Ständige Entwicklungsangebote sind also eigentlich genau richtig.

Gegen Saboteure hilft kein Methodentraining

Eigentlich? Ja, ich zögere ein wenig. Denn meiner Erfahrung nach gehen viele Unterstützungsangebote für Teams am eigentlichen Problem vorbei. Und das sind die Saboteure und Mäkelexperten. Gegen die hilft auch das schönste Methodentraining nichts.

Klingt krass? Mag sein. Aber die Alltagserfahrung zeigt: In vielen Teams gibt es Experten für das Negative. Die kommen mit unterschiedlichen Gesichtern: als Verweigerer, Zyniker, Intriganten, Verzögerer… und wer diese Menschen nicht gepackt bekommt, hat schnell ein Problem auf Kultur- und Ergebnisebene im ganzen Team! …

Ich kann in meiner Arbeit oft erleben, dass schon ein einziger Negativexperte die Dynamik eines ganzen Teams stört – und in manchem Fall zerstört. Im besten Fall werden diese Leute isoliert und richten entweder begrenzten Schaden an oder verändern sogar nach und nach ihre Haltung. Im schlechtesten Fall „kippt“ das ganze Team und die destruktive Haltung einer Person infiziert eine ganze Gruppe von Menschen.

Loyalisten gegen Saboteure

Diese negative Kraft kann massive Auswirkungen haben. Eine Studie der Trispectivegroup hat sich angeschaut, wie kollaborative, faire, loyale Teams im Vergleich zu illoyalen, destruktiven Teams abschneiden.

Der Vergleich spricht eine klare Sprache. Mit Blick auf den Grad der Kollaboration zeigte sich beispielsweise, dass „Loyalisten“ mit 292-malig höherer Wahrscheinlichkeit gemeinsam Probleme besprachen und lösten als „Saboteure“. Die Wahrscheinlichkeit, dass „Loyalisten“ im Team sich untereinander misstrauen ist 19 Mal niedriger als bei „Saboteuren“. Und Konflikte wurden in loyalen Teams mit 50 Mal höherer Wahrscheinlichkeit offen besprochen als in Saboteurs-Teams.

Konflikt nicht vermeiden!

Um so wichtiger also, mit solchen Menschen richtig umzugehen. Im Klartext heißt das: Vergessen Sie das Methodentraining! Wichtiger ist das direkte, offene Gespräch und gezielte Unterstützungsangebote wie Coachings oder andere Persönlichkeitsentwicklungen. Und: hat die negative Person vielleicht selbst Ideen, wo und wie sie zufriedener arbeiten kann? Schon kleine Veränderungen können hier Wunder tun…

In jedem Fall gilt: Experten für das Negative entfalten nur dann ihre Kraft, wenn man sie lässt. Damit das nicht passiert, lohnen sich Konflikt und Konfrontation – Hauptsache, die Loyalisten halten Stellung!

 

Nicola Fritze

Nicola Fritze ist Autorin und Rednerin. Ihre Themen sind Motivation und Persönlichkeitsentwicklung. Kurz gesagt: Sie ermutigt Sie dazu, der Mensch zu werden, der Sie sein wollen - persönlich und beruflich.
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